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„Nach heutigen Maßstäben hätte meine Familie wahrscheinlich zum Prekariat gezählt – jener von den Wortkünstlern meiner Partei erfundenen Gesellschaftsschicht, deren richtigen Namen man nicht auszusprechen wagt: Malocher.“

Kindheit und Jugend
Ich wurde am 01. Oktober 1953 im Bezirk Tempelhof geboren. Ich wuchs ohne Vater mit vier Geschwistern auf. Obwohl meine Mutter aus einfachen Verhältnissen kam, konnte ich als Erster in meiner Familie aufs Gymnasium gehen und danach studieren. Wir alle arbeiteten hart, sparten und hielten immer zusammen, das hat unsere Familie stark gemacht. Schon in der Schule habe ich mich den Jungsozialisten angeschlossen und trat in die SPD ein. Willy Brandt war und bleibt für mich eine Leitfigur.
Nach meinem Abitur 1973 fing ich mein Jurastudium an der FU Berlin an. Nebenbei musste ich, wie viele andere, jobben, als Gärtner und Brot-Ausfahrer zum Beispiel.

Der Weg in die Politik
Eigentlich wollte ich Richter werden. Doch während meines Studiums und meines Engagements bei den Jusos und in meiner Partei wurde mir klar, dass meine Leidenschaft der Politik gilt. Ich wollte politisch etwas bewegen und verändern, auch wenn das nicht immer einfach war. Nach meiner zweiten juristischen Prüfung 1981 arbeitete ich beim Senator für Inneres in Berlin.

Jüngster Stadtrat in Berlin
Wenige Jahre später, 1984, wurde ich Bezirksstadtrat für Volksbildung und Kultur in Tempelhof. Mit 30 Jahren war ich damit der jüngste Stadtrat in ganz Berlin. Ich hatte die Politik zu meinem Beruf gemacht und mich entschlossen, Verantwortung zu übernehmen. In dieser Zeit habe ich die öffentliche Verwaltung von innen kennen gelernt. Täglich hatte ich die Probleme aus dem Schul- und Kulturbereich auf meinem Schreibtisch. Diese Erfahrungen sind für mich bis heute maßgeblich.

Veränderungen
Nach elf Jahren in dieser Funktion war es Zeit für eine berufliche Veränderung. Ich entschloss mich, für das Abgeordnetenhaus zu kandidieren. Ich arbeitete mich in neue Themenbereiche ein und ging in den Hauptausschuss, dessen stellvertretender Vorsitzender ich wurde. Dort sammelte ich mein Fachwissen über die Finanzlage unserer Stadt, die ich – so wird gesagt – bis ins kleinste Detail kenne. Daneben galt mein Interesse immer der Kultur- und der Sozialpolitik. Wenn ich von einer „sozialen Stadt“ spreche, meine ich damit friedliches und tolerantes Zusammenleben.

Fraktionsvorsitz und Regierungsbildung
Nach meinen ersten vier Jahren im Abgeordnetenhaus wurde ich im Dezember 1999 zum Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt. Im Zuge des Bruchs der Großen Koalition und meiner nachfolgenden Wahl am 16. Juni 2001 zum Regierenden Bürgermeister einer rot-grünen Minderheitsregierung gab ich dieses Amt ab. Bei der vorgezogenen Neuwahl im Oktober trat ich dann als Spitzenkandidat für die Berliner SPD an. Meine Partei wurde stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus und die daraufhin gebildete Koalition von SPD und PDS wählte mich am 17. Januar 2002 zum Regierenden Bürgermeister.

Regierender Bürgermeister
Am 21. Februar 2002 hielt ich meine erste Regierungserklärung vor dem Abgeordnetenhaus: „Mit Mut für Berlin – wir werden es schaffen“. Das ist nach wie vor mein Motto. Gerade in einer so großen und pulsierenden Stadt wie Berlin ist es wichtig, nie den Mut zu verlieren.

Wiederwahl 2006 und 2011 – Berlin verstehen.
Wie bereits im September 2006 haben die Berlinerinnen und Berliner meiner
Partei und mir bei der Abgeordnetenhauswahl am 18. September 2011 erneut das
Vertrauen ausgesprochen. Wir haben in den vergangenen Jahren die
Wirtschaftskraft Berlins und den sozialen Zusammenhalt gestärkt. Wir können
für Berlin noch viel mehr erreichen. Darum werde ich auch in Zukunft alles
daran setzen, unsere Stadt weiter nach vorne zu bringen – gemeinsam mit
allen Berlinerinnen und Berlinern.

KURZBIOGRAPHIE

Geboren/Geburtsort
*1.10.1953 Berlin

Familie: ledig

wichtige Stationen:
1973 | Abitur. Studium FU Berlin

1979 | 1. jur. Staatsprüfung

1981 | 2. jur. Staatsprüfung

1981/84 | Regierungsrat z. A. beim Senator für Inneres

1984/95 | Bezirksstadtrat Tempelhof

1979/84 | Bezirksverordneter

1981/84 | Fraktionsvorsitzender der SPD BVV Tempelhof

seit 1995 | Mitglied des Abgeordnetenhauses

bis 1999 | Stellv. Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion

Dezember 1999 - Juni 2001 |
Vorsitzender der SPD-Fraktion

Seit 16. Juni 2001 | Regierender Bürgermeister von Berlin (wiedergewählt 2002, 2006 und 2011)

Seit November 2009 |
stellvertretender SPD-Vorsitzender


Mitgliedschaften u.a.:
Seit 1972 Mitglied der SPD, AWO, ver.di;
Förderverein Bruno-H.-Bürgel Schule e. V.,
Förderverein der Freunde der
Ulrich-von-Hutten-Schule e.V.;
Europäische Akademie

Wahlkreis: Charlottenburg-Wilmersdorf / WK 5


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